{"id":98298,"date":"2014-01-01T10:41:54","date_gmt":"2014-01-01T15:41:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.euvolution.com\/futurist-transhuman-news-blog\/uncategorized\/cyborg-wikipedia.php"},"modified":"2014-01-01T10:41:54","modified_gmt":"2014-01-01T15:41:54","slug":"cyborg-wikipedia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.euvolution.com\/futurist-transhuman-news-blog\/cyborg\/cyborg-wikipedia.php","title":{"rendered":"Cyborg \u2013 Wikipedia"},"content":{"rendered":"<p><p>    Der Begriff Cyborg (eingedeutscht auch Kyborg)    bezeichnet ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und    Maschine. Zumeist    werden damit Menschen beschrieben, deren Krper dauerhaft durch    knstliche Bauteile ergnzt werden. Der Name ist ein Akronym und leitet sich vom    englischen cybernetic organism, (dt.:    kybernetischer Organismus) ab. Da Cyborgs    technisch vernderte biologische Lebensformen sind, zhlen sie    nicht zu den Robotern und sollten auch nicht mit deren    Untergruppe, den Androiden,    verwechselt werden.  <\/p>\n<p>    Der Begriff stammt aus dem Kontext der Raumfahrt. Der    sterreichisch-australische Wissenschaftler Manfred Clynes und    der US-amerikanische Mediziner Nathan S. Kline verwendeten den    Begriff in einem gemeinsamen Aufsatz in den 1960er Jahren das    erste Mal.[1] Sie schlugen die technische    Anpassung des Menschen an die Umweltbedingungen des Weltraums vor, als Alternative zur Schaffung    einer knstlichen erdhnlichen Atmosphre    innerhalb von Raumschiffen. Ausgangspunkt dieser    berlegungen ist die natrliche Evolution, die hier als fortschreitende    Anpassung der Lebewesen an neue Umweltbedingungen verstanden    wird. Mit Hilfe von biochemischen, physiologischen und    elektronischen Modifikationen sollten Menschen als    selbstregulierende Mensch-Maschinen-Systeme im Weltraum    berlebensfhig sein.  <\/p>\n<p>    Die grundstzliche Idee, technologische bzw. knstlich    hergestellte funktionale Bestandteile in organische Systeme    einzufgen, ist allerdings wesentlich lter als der Begriff    Cyborg. So kann z.B. von einem Zusammenhang    zwischen dem Zeitalter    der Aufklrung und der Prothetisierung der Welt (Bernd    Flessner) gesprochen werden.[2] Auch in der    Science-Fiction finden sich    Cyborgphantasien schon, bevor der Begriff geprgt wurde.  <\/p>\n<p>    In der modernen Biotechnologie gibt es Bestrebungen,    biologische Elemente (in diesem Fall Menschen) mit    technischen Elementen zu verbinden. Dieser technische Bereich    wird als Bioelektronik bezeichnet. Im medizinischen    Kontext ist die Verwendung komplexer binnenkrperlicher    Technologie nichts Neues mehr. Menschen mit technischen    Implantaten wie Herzschrittmachern, knstlichen    Gliedmaen, komplexen Prothesen oder Implantaten in Auge und Ohr    (Cochlea- bzw. Retina-Implantate) sind dem Begriff nach    bereits Cyborgs. Ungefhr 10 Prozent der aktuellen Bevlkerung    der USA sind vermutlich im technischen Sinn \"Cyborgs\" ,    schreibt N. Katherine Hayles im Cyborg Handbook.[3]  <\/p>\n<p>    Es gibt unterschiedliche Vorstellungen ber die genaue    Verwendung des Begriffs. Nach Ansicht des Philosophen Walther Christoph Zimmerli,    Prsident der BTU Cottbus, stellt der moderne Mensch    generell ein Wesen dar, welches in einer symbiotischen    Verbindung mit der ihn umgebenden Technik lebt. Er ist demnach    Teil eines solchen Mensch-Maschine-Komplexes.[4] Entsprechend wre ein Cyborg    bereits eine Person, die sich mit Technik umgibt, etwa in einem    Auto    sitzt oder auch nur eine Brille trgt. Gerade hier aber ist strittig, wie    der Begriff Cyborg verwendet werden soll. Ist er ein Synonym    fr den Menschen als ein anthropologisch unhintergehbar auf    Technologie verwiesenes Wesen im Sinne Arnold Gehlens    oder Helmuth Plessners? Oder soll der Begriff    fr solche Verbindungen von Leib und Technologie reserviert    werden, bei denen, wie zum Beispiel Dierk Spreen meint,    Technologie unter die Haut geht?[5] Um dies zu    verdeutlichen, hat Spreen das sogenannte Reglermodell    vorgeschlagen, wonach sich die Technisierung des Krpers wie    ein Regler auf einer Skala zwischen lowtech body und    hightech body verschieben lsst.[6] Demnach    ist der hightech body ein Cyborg mit einem    organisch-technologischen Leib. Dagegen ist der lowtech body    von Technologie und Medien lediglich umgeben. Der Autor    weist mit dem Modell allerdings auch auf die Bezge zwischen    der technischen und medialen Durchdringung der Soziosphre, die ja    auch schon sehr krpernah sein kann (MP3-Player, Smartphones, Notebooks usw.), und der technischen    Durchdringung des menschlichen Leibes in der modernen    Medienkultur hin.  <\/p>\n<p>    Gewinnt man kein Differenzkriterium, wrde das Wort Cyborg    nichts bedeuten, was nicht bereits im anthropologischen Begriff    des Menschen als konstitutiv technischem Wesen aufgehoben    wre. Aufgrund seines spezifischen, durch die Philosophische Anthropologie    hervorgehobenen weltoffenen Wesens kommt der Mensch als    solcher um die Mglichkeit des Umbaus seiner eigenen Physis,    seiner Positionalitt, nicht umhin, von der Eugenik bis zur    individuellen Europlastik.[7] Vor diesem    Hintergrund erscheint es sinnvoll, den Begriff Cyborg fr    bestimmte Formen des Verhltnisses von Krper und Technik zu    reservieren, nmlich solche in denen sich Organisches und    Technisches zu einer hybriden Lebensform verbinden.    Menschliche Cyborgs (Chris Hables Gray, Dierk Spreen) wren    dann in diesem Sinne hybride Menschen.  <\/p>\n<p>    In einer solchen Sichtweise verbindet sich der Begriff des    Cyborgs nicht automatisch mit Vorstellungen einer post- oder    gar transhumanen Gesellschaft. Transhumanisten befassen sich    mit Prognosen und Ideen ber die Zeit nach dem Menschen. So    schreibt der Transhumanist Max    More: Wir knnen hhere Gipfel erklimmen, wenn wir nur    unsere Intelligenz, unsere Entschlossenheit und unseren    Optimismus dafr einsetzen, die menschliche Puppe zu    durchstoen. Die Evolution hat trotz unserer Bemhungen unser    Verhalten in bestimmte Richtungen geleitet, die in unser Gehirn    eingearbeitet sind. Unsere Krper und Gehirne beschrnken    unsere Kapazitten.[8] Fr More sind    Cyborgs Ausdruck einer neuen Evolution, die vom biologischen    Menschen zu posthumanen Wesen fhrt. Daher sind die    Implikationen der Rede von menschlichen Cyborgs nicht    unstrittig.  <\/p>\n<p>    Verwendet man aber den Begriff Cyborg im eingeschrnkten    Sinne, d.h. nach dem Unter-die-Haut-Kriterium, kann er    nicht mehr umstandslos auf jede krpernahe Technologie    angewendet werden. Sinnvoller ist es, ihn als    Problematisierungsdiskurs zu verstehen, der die    zunehmende Relevanz von binnenleiblicher Technologie und die    damit einhergehende Vermischung von Knstlichem und Natrlichem    sichtbar macht. Die amerikanische Feministin Donna Haraway    etwa weist darauf hin, dass Cyborgtechnologie auch die    patriarchalen und herrschaftlichen Codes der symbolischen    Ordnung durcheinander bringt und dadurch Emanzipationschancen    erffnet. Auch das nun zunehmend denkbare Upgraden des Krpers    zur Verbesserung oder berwindung seiner natrlichen    Eigenschaften (Christoph Keller) erffnet    Problematisierungen.[9] Hinzu kommt,    dass das cyborgisierte Individuum sich stndig mit seinen    inneren Technikfolgen konfrontiert [sieht], da sich    Schnittstellenprobleme nicht vermeiden lassen und die Anbindung    an auerkrperliche Wissens- und Kontrollinstitutionen fr    diese Technologien charakteristisch ist.[10]  <\/p>\n<p>    Solche Fragestellungen fallen in den Bereich der    Cyborg-Anthropologie. Dies bezeichnet ein Forschungsprojekt    der American Anthropological Association (AAA), das im Dezember    1992 in San Francisco aus der Taufe gehoben wurde. Hauptziel    der Cyborg-Anthropologie ist es, to study ethnographically the    boundaries between human and machines that are specific to late    twentieth century societies.[11] Dieses    Projekt versteht sich als a serious challenge to the    human-centered foundations of anthropological    discourse[12] und sucht Anschlsse an die    Science    and Technology Studies (STS) und an feministische    Untersuchungen. In Deutschland sind Krpersoziologie und Philosophische Anthropologie    der Rahmen, in dem der gesellschaftliche und kulturelle    Problemhorizont Cyborg vor allem diskutiert wird.  <\/p>\n<p>    Nach der Auffassung Donna Haraways erffnet die Cyborgisierung    Emanzipationschancen, weil Cyborgs aus dem blichen    Kategoriedenken herausfallen. Ein Cyborg sei von Natur aus    weder mnnlich noch weiblich, und doch wieder beides. Cyborgs    knnten nicht ohne weiteres einer Kategorie, einer Lebensform    und -art, zugeordnet werden. Aufgrund dieser Eigenschaften    werden Cyborgs gerne im Problematisierungsdiskurs als    Veranschaulichung genommen, um darzustellen, dass es kein    streng weibliches und mnnliches Verhalten oder gar Wesen gebe.    Sie zeigten, dass zum Beispiel Geschlechterrollen durchwegs    konstruiert seien, und Eigenschaften des vermeintlich anderen    Geschlechts auch auf das eigene zutreffen und gelebt werden    drften, ohne zum Tabu zu werden.  <\/p>\n<p><!-- Auto Generated --><\/p>\n<p>Read more:<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cyborg\" title=\"Cyborg \u2013 Wikipedia\">Cyborg \u2013 Wikipedia<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Der Begriff Cyborg (eingedeutscht auch Kyborg) bezeichnet ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine. Zumeist werden damit Menschen beschrieben, deren Krper dauerhaft durch knstliche Bauteile ergnzt werden. 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